Der Nettopreis

Normalerweise geht der ganze Vorgang ganz automatisch ab und keiner braucht viel darüber nachdenken.


Der Verkäufer legt einen Verkaufspreis fest.

Das ist der Nettopreis.

Netto heißt eigentlich ohne Verpackung.

In diesem Zusammenhang heißt es ohne Steuer, nach Abzug der Kosten oder Steuern.


TIPP – Brutto, Netto und Tara

Brutto und Netto wurden ursprünglich im Zusammenhang mit Gewicht benutzt.

Wenn man einen Fernseher von Amazon bekommt, hat das ganze Paket sagen wir mal 10 kg.

Davon wiegt der Inhalt – der Fernseher – 8 kg.

Das ist das Nettogewicht.

Zusammen mit dem Gewicht der Verpackung (=Tara), in unserem Fall sind das 2 kg, bekommt man das Bruttogewicht (hier 10 kg).

Brutto + Tara = Netto


Brutto ist also immer alles zusammen.

Netto ist alles ohne (ohne Verpackung, Steuer, etc.)


Der Verkäufer hat meist die Ware selbst eingekauft oder produziert.

Jetzt muss er nachdenken, um wie viel er die Ware verkaufen muss, damit er einen Gewinn hat.


Er kauft zum Beispiel eine Stehlampe um 50 € und verkauft sie um 150 €. Man kann jetzt denken, das ist viel zu viel! Aber es gibt viele Faktoren, die der Händler berücksichtigen muss.

Das sind nur einige der Punkte, die sich ein Verkäufer überlegen muss.

Abgesehen davon will er natürlich auch Profit machen.

Das heißt, er will genug Geld verdienen, um ein sorgenfreies Leben führen zu können!

Dafür ist er ja wahrscheinlich in erster Linie Verkäufer geworden.

  • Er muss den Einkaufspreis bezahlen – klar!
    Da bleiben aber noch 100€.

  • Er weiß nicht, ob er die Lampe gleich verkaufen kann.
    Wenn nicht, steht sie in seinem Geschäft herum.
    Er hat schon für sie bezahlt – das Geld ist weg.
    Mit diesem Geld kann er nichts mehr machen.
    Die Lampe braucht Platz.
    Er kann auch nichts Anderes dort hinstellen, wo die Lampe steht.

  • Er muss die Miete für sein Geschäft bezahlen.
    Vielleicht ist das ein monatlicher Betrag den er bezahlen muss.
    Vielleicht hat er das Geschäft gekauft und einen Kredit aufgenommen, den er jetzt an die Bank zurückzahlen muss.

  • Er muss seine Verkäufer bezahlen, egal ob er etwas verkaufen kann oder nicht!

  • Er muss Abgaben (Steuern) an den Staat zahlen.

  • Er hat Geld für Werbung ausgegeben.

  • Er muss Versicherung bezahlen.

 

  • Er zahlt für Heizung oder Kühlung, braucht Strom, einen Computer zur Abrechnung, Kassen, etc.

 

  • Manchmal passieren Sachen, für die er vielleicht nicht versichert ist.
    Es wird etwas zerbrochen oder gestohlen.
    Das muss ja auch bezahlt werden.

 

  • Oder er hat verderbliche Ware.
    Wenn er die nicht rechtzeitig verkaufen kann, muss er sie wegwerfen oder sehr billig verkaufen.

 

  • Sein Produkt ist vielleicht nicht mehr modern und niemand will es kaufen.

Also kurz, er muss den Verkaufspreis festlegen!

Das ist unser Nettopreis.


Der Verkäufer hat jetzt den Einkaufspreis genommen (50 €), seine Unkosten, Ausgaben, oder Regien (sprich: Reschie-en) dazu gerechnet (20 €) und auch den Profit (=Gewinn), den er machen will (40 €), dazu gerechnet.

Nettopreis = Einkaufspreis + Unkosten + Gewinn

Sein Nettoverkaufspreis beträgt jetzt 110 €.